Ohne Unkrautbekämpfung geht es in Weihnachtsbaumkulturen nicht, das ist keine Frage. Aber wie das Unkraut im Griff gehalten werden soll. Wir haben eine unkonventionelle Lösung gefunden: Shropshire-Schafe. Sie halten das Unkraut im Zaum, ohne die Nadelbaumkulturen zu beschädigen. Was will man mehr. Eine ökologische und zugleich ökonomische Lösung, die Schule machen sollte.
Sie sind scheu. Sie sind niedlich. Sie sind pflegeleicht. Und sie sind
gefräßig und wählerisch zugleich. Die Rede ist von den
Shropshire-Schafen. Ihr Äußeres zeichnet sich durch das bewollte
Gesicht aus sowie durch ihre schwarzen Ohren, Nase und Füße.
Selbstverständlich reicht das aparte Aussehen allein für
den Einsatz in Nadelbaumkulturen nicht aus. Da ist eine andere, außergewöhnliche
Eigenschaft gefragt: ihr selektives Fressverhalten.
In der Tat unterscheiden sich ihre kulinarischen Gelüste in einem Punkt wesentlich von allen anderen Schafrassen. Wer hat nicht schon Schafe beobachtet, die sich an Zäunen, Gebüschen und Hecken so hoch wie nur möglich streckten, um jedes Blatt und jeden frischen Nadeltrieb zu ergattern.
Das trifft aber nicht auf die Shropshire-Schafe zu, denn sie verschmähen
Nadelzweige in aller Form. «Ich esse meine Nadeln nicht. Nein, meine
Nadeln ess’ ich nicht!», ließe sich die Geschichte vom Suppen-Kaspar
auf die Shropshire-Schafe übertragen, die ursprünglich in der
gleichnamigen westenglischen Grafschaft gezüchtet wurden. Ihr Stammbaum
reicht bis ins Jahr 1883 zurück.
Chronik der Shropshire-Schafe
| 1845 | Diese ursprünglich auf Schönheit getrimmte Schafrasse wurde an der Royal Show in England zum ersten Mal öffentlich gezeigt. |
| 1883 | Erstes Zuchtbuch in England eröffnet. |
| 1900 | Etwa 6000 Böcke werden in alle Welt (überwiegend nach Neuseeland und in die USA) zur Zuchtverbesserung exportiert. |
| 1960 | In der Zwischenzeit ist die Rasse in England ausgestorben. Ein englischer Adliger holt sich aus Liebhaberei die Rasse von Neuseeland zurück. In diesem Land gab es damals die einzige noch erhaltene Reinzucht. |
| 1980 | Ein dänischer Weihnachtsbaumzüchter sieht die Schafe im Park eines Engländers weiden und bemerkt dabei die Unversehrtheit der Nadelbäume. Er importiert die Schafe nach Dänemark für den Einsatz in Weihnachtsbaumkulturen. |
Unsere Schafe bei der Arbeit
Unsere Schafe bei der Futterstelle